Atomuhren

In Deutschland wird die von uns verwendete und gesetzlich vorgeschriebene Zeit durch sogenannte Atomuhren ausgesendet, die eine unglaubliche Genauigkeit an den Tag legen, mit einer möglichen Abweichung von gerade einmal einer Sekunde auf vier Millionen Jahre gerechnet.

Wieso, weshalb, warum?

Früher hatten sich noch in jeder Region Deutschlands die dort verwendeten Zeiten, welche nach Sonnenstunden berechnet wurden, voneinander unterschieden. Dies änderte sich erst mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert unter Kaiser Wilhelm, der 1893 eine einheitliche Zeit für das komplette deutsche Reich einführte, um den damaligen Eisenbahnverkehr besser koordinieren und aufeinander abstimmen zu können.

Heute gibt es in Deutschland nur noch eine Zeit, welche von uns verwendet wird, und diese wird über Atomuhren errechnet.

Wie funktioniert das?

Taktgeber in einer Atomuhr sind, wie der Name schon sagt, Atome.

Sie ersetzen das zum Beispiel bei vielen Wanduhren verwendete Pendel, welches stets hin und her schwingt.

Dabei durchläuft die Uhr ein Atomstrahl mit Cäsiumatomen, welche durch einen Ofen im Innern erhitzt werden.

Dadurch werden die Atome angeregt und ändern ihren Energiezustand,

wozu sie ein Mikrowellenfeld passieren müssen, welches auf genau 9.192.631.770 Schwingungen eingestellt ist.

Sobald das geschehen ist, ist laut gesetzlicher Vorgabe genau eine Sekunde vergangen.

In Deutschland stehen diese Atomuhren übrigens in Braunschweig.

Von dort aus wird die Zeit exakt definiert und nach Frankfurt an die deutsche Zeit-Signal-Antenne übermittelt, welche wiederum die Signale der Atomuhren innerhalb Europas, in einem Radius von über 2.000 Kilometern aussendet.

Im Schnitt hält solch eine Atomuhr zwischen sieben und vierzehn Jahren. Sobald das darin befindliche Cäsium aufgebraucht ist, bleibt sie stehen, vergleichbar mit einem Auto, bei dem der Tank leer ist. Jedoch laufen immer drei Atomuhren gleichzeitig, um einen kompletten Time-out stets verhindern zu können.