Mechanische Uhrwerke

Der größte Unterschied zwischen mechanischen Uhrwerken und beispielsweise Uhren, die ein Quarzwerk enthalten, ist die Komplexität des Aufbaus.

Wahre Meisterwerke

Konstante Winkelgeschwindigkeiten, mehrstufige Getriebe und viele präzise geformte Rädchen bilden das Herz und die Seele einer jeden mechanischen Uhr. Diese werden aus Hunderten von genau aufeinander abgestimmten und sehr kleinen Einzelteilen zu wahren Meisterwerken der Uhrmacherkunst zusammengesetzt.

Mechanische Energiespeicher verleihen ihnen Antriebsenergie, die kontrolliert abgegeben und in eine Drehbewegung umgesetzt wird.

Jedes dieser mechanischen Uhrwerke besteht aus mindestens einem oder auch mehreren sogenannten Räderwerken. Das Haupträderwerk der mechanischen Uhr wird dabei als Gehwerk bezeichnet. Ebenso muss jedes mechanische Uhrwerk ein Schwingsystem besitzen, das ein Pendel oder Drehpendel, Kugelumlauf oder die sogenannte Unruh sein kann und als Taktgeber fungiert.

Antriebsquelle kann dabei ein Federwerk sein, das mit der Hand, Aufzugkrone oder einem Schlüssel aufgezogen werden muss, ein Gewicht, das man meist durch eine Kette oder Seil aufzieht, wie man es auch von Kuckucksuhren kennt, oder eine Kurbel, die an der Uhr bereits montiert ist oder zuvor befestigt werden muss.

Schweizer Uhrmacherei

Hoch in den Bergen der französischen Schweiz befindet sich die Wiege europäischer Uhrmacherei. Die beiden Städte Le Locle und La-Chaux-de-Fonds stehen dabei für höchste Präzision und hochqualifizierte Nachwuchsuhrmacher, die eine erstklassige, vierjährige Ausbildung durchlaufen haben. Aufgrund dieser Voraussetzungen lassen weltweit bekannte Luxusmarken wie Rolex, Carrier, Zenith und viele mehr genau hier produzieren.

Doch wie ist es dazu gekommen, dass sich gerade hier, im rohstoffarmen Juragebirge, im 18. Jahrhundert solch eine Uhrenindustrie mit Weltruhm entwickeln konnte?

Alles begann auf höchst ungewöhnliche Weise

Bei Winteranbruch kam es oft dazu, dass auf den Höfen der kleinen Städtchen wenig Arbeit anfiel und es somit nicht viel zu tun gab. Aus dieser Ausgangssituation heraus begannen einige, wenige der Bauern, mit der Zeit höchst komplizierte Uhren in ihren Häusern herzustellen. Eine Handwerkskunst, deren Wissen über Jahrhunderte in der Region von Generation zu Generation weitergegeben und perfektioniert wurde.

Heute wollen viele junge ambitionierte Studenten hier ihren Abschluss machen. Doch nur Handverlesenen gelingt auch der Sprung vom einfachen Uhrmacher zum Uhren-Restaurator, der nur durch ein zweijähriges Aufbaustudium zu erlangen ist, für die Qualifikation, um die sich beispielsweise Luxusuhren-Labels heutzutage wortwörtlich reißen.

Weltkulturerbe

Seit 2009 zählt die Uhrmachermetropole sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht nicht nur angehende Uhrmacher, sondern auch Touristen aus aller Welt förmlich in ihren Bann.

Die quadratisch angelegten, breit gebauten Straßen in La-Chaux-de-Fonds sind speziell auf die Bedürfnisse der dort etablierten Uhrenindustrie und hochbegabten Uhrmacher angepasst worden und sorgen für viel Licht, was eines jeden Uhrmachern wichtigstes Utensil ist, um gute Ergebnisse erzielen zu können.

Darüber hinaus lassen sich ausgestellte Kunstwerke durch die Schaufenster sehr gut von außen betrachten und laden förmlich zur Anprobe ein. Das sollte sich niemand, der dieses schöne Städtchen besucht, entgehen lassen.

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